DSG

Geschichte der Deutsch-Simbabwischen-Gesellschaft e.V.

Die Deutsch-Simbabwische Gesellschaft e.V. (DSG) wurde 1984 auf Anregung von Dr. Richard Ellerkmann, erster Botschafter der Bundesrepublik Deutschland im 1980 unabhängig gewordenen Simbabwe und Dr. Ariston Maguranyanga Chambati, erster simbabwischer Botschafter in der Bundesrepublik gegründet.

Dr. Ellerkmann verwies bei der Gründung auf die vielfältigen Beziehungen zwischen Simbabwe und Deutschland. Er erinnerte an den Geologen und Afrikaforscher Karl Mauch, der als erster in Deutschland über „Great Zimbabwe“ berichtete. Viele katholische Ordensleute kamen vor 1900 nach Zimbabwe und gründeten Missionsstationen mit Schulen und Krankenstationen.

Erste Aufzeichnungen über die bedeutenden Malereien der San in Simbabwe wurden von dem Ethnologen Leo Frobenius gesammelt.
In der Zeit des Nationalsozialismus nahm die Kolonialverwaltung zahlreiche in Deutschland verfolgte Juden auf, die sich mehrheitlich in Bulawayo und Harare ansiedelten.

Die DSG richtete als bilaterale Organisation ihr Augenmerk auf die Förderung der deutschen Beziehungen zu Simbabwe in den Bereichen Wirtschaft, Politik und Kultur.

Zu Beginn der 1980er Jahre galt Simbabwe als ein Schwerpunktland in der deutschen Entwicklungspolitik und es gab  sehr enge Beziehungen zwischen der BRD und Simbabwe im Feld der Entwicklungszusammenarbeit. Um den großen Lehrermangel insbesondere im ländlichen Simbabwe zu bekämpfen, kamen jährlich bis zu 100 Lehrer*Innen ins Land und unterrichteten mehrere Jahre. In Harare entstand ein Goethe Zentrum, um deutsche Sprachkurse anzubieten.

Von Seiten der deutschen Wirtschaft gab es großes Interesse an Simbabwe als Wirtschaftspartner, was sich auch in der Mitgliederschaft der DSG widerspiegelte. Deutsche Unternehmen waren auf der großen Industriemesse in Bulawayo vertreten, in Deutschland unterstützte die DSG e.V.. simbabwische Unternehmen, um bei Messen und Wirtschaftsforen vertreten zu sein.

Das deutsche Interesse an Simbabwe zeigte sich auch darin, dass Abgeordnete des Deutschen Bundestages Mitglieder der DSG waren. Rita Süssmuth, ehemalige Bundestagspräsidentin sowie Annemarie Renger, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags waren zeitweilig Ehrenpräsidentinnen der DSG.

Aufgrund politischer und wirtschaftlicher Veränderungen in Simbabwe kühlte das deutsche, vor allem wirtschaftliche Interesse deutlich ab. Das zeigten die Austritte von Firmen aus der DSG e.V. ab den 1990er Jahre.

1998 wurde Dr. Reinhold Hemker (MdB von 1994 – 2009) gebeten, als Präsident der DSG e.V. zu kandidieren. Durch sein Engagement veränderten sich die Aktivitäten der DSG e.V. Es wuchsen Kontakte zu vielen Künstlern, Ausstellungen insbesondere mit Steinskulpturen wurden gefördert.

Seit 1999 ist die DSG e.V. jährlich im November auf dem „Bazaar Berlin“ vertreten, um simbabwischen Künstlern ein Ausstellungsforum zu bieten. In Kooperation mit verschiedenen deutschen Partnerorganisationen wurden auch Workshops mit Bildhauern oder Maler*Innen ermöglicht.

Zu einem verlässlichen Partner entwickelten sich die Beziehungen zur „Zimbabwe Workcamps Association“, die vielen jungen Deutschen einen Workcamp Einsatz ermöglichten. Die Förderung ausgewählter Projektpartner wuchs ebenfalls in den vergangenen 10 Jahren.

Fast jährlich bietet die DSG e.V. Studienfahrten nach Simbabwe an. Mangaliso Ndlovu,  ehemaliger Minister für Tourismus, ernannte 2023 Dr. Reinhold Hemker und seine Frau Kerstin zu „Botschaftern für Tourismus “.

Im November 2024 konnte die DSG e.V. mit zahlreichen Besuchern ihr 40jähriges Jubiläum feiern. Und besonders erfreulich: die Mitgliederzahl der DSG e.V. ist von etwa 40 Mitgliedern 1990 auf über 140 Mitglieder angewachsen.

Nach oben scrollen